Projekt Frauenbildungszentrum: lebensnah - visionär - unabhängig - vielseitig

Alexandra Bauer

Photo: Alexandra Schöttl

In meinem Leben gab es schon einige "Frauenorte", die für mich wichtig wurden. Der erste war bei meiner Geburt im Januar 1973 die Frauenklinik des Nürnberger Klinikums. Der nächste war die Frauenkirche in Nürnberg. Durch viele Begegnungen und Erfahrungen in meiner großen Familie, in der Schule und der Gemeinde entwickelte sich die Neugier, mehr von dem zu erfragen und zu erfahren, was es in meinem und auch in anderer Leben zu entdecken gibt. Dafür schien mir das Studium der Theologie am ehesten geeignet.

Die nächsten Stationen meines Lebens klingen zwar nicht sehr weiblich (die Universitäten von Bamberg, Nijmegen/NL und Würzburg sind eben nicht nach Frauen benannt), aber an diesen Orten habe ich erlebt und gelernt, was es heißt, als Frau Theologie zu treiben - und das nicht nur in feministisch-theologischen Veranstaltungen oder als Frauenreferentin der Würzburger Fachschaft.

Mit dem Diplom in der Tasche, begann ich - wie sollte es auch anders sein - in der Gemeinde Unsere Liebe Frau in Bayreuth meinen Pastoralen Dienst in der Erzdiözese Bamberg, wo ich u.a. gemeinsam mit anderen jungen Frauen den Freiraum für Frauen ins Leben rief.

Seit September 2002 bin ich als Pastoralreferentin im Nordklinikum Nürnberg, wo einer meiner Schwerpunkte in der Gynäkologie liegt. Aber dessen nicht genug: unsere Büros der Klinikseelsorge befinden sich in den ehemaligen Kreissälen der Frauenklinik. Näher an den Ort meines Lebensanfangs kann ich beruflich wohl nicht mehr kommen!

Beruflich und privat werde ich immer wieder aufmerksam für das, was für einzelne Menschen wirklich wichtig im Leben ist - für mich: mein Lebenspartner, Freundinnen und Freunde, meine Familie, ein gutes und intensives Gespräch, mein Leben bereichernde Biographien, zwischendurch ein Espresso mit guter créma für einen 5-min-Italien-Urlaub, von einem zeitgenössischem Kunstwerk so berührt zu werden, dass mein Horizont erweitert wird und dies bei anderen mitzuerleben... Ich möchte wirklich leben! Ich möchte etwas bewegen und bin noch immer hungrig nach Neuem!

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass dabei Begegnungen mit Frauen immer wichtig waren. Daher sehe ich das Frauenbildungszentrum als idealen Ort der Begegnung für mich und andere Frauen. Deshalb ist es mir auch wichtig, im Vorstand des Vereins und in der Programmplanungsgruppe nicht nur eigene Erfahrungen und Ideen einzubringen, sondern auch die vieler Frauen, denen ich bisher begegnet bin und denen ich ständig begegne.