Liebe Rundbrief-AbonnentInnen,
jetzt, wo in der Landschaft das frische Grün durchbricht, Magnolien blühen und einfach das Leben wieder bunter wird, freuen wir uns, vom Erfolg der ersten Frauenpredigten berichten zu können - denn das ist ein kleiner frühlingshafter Aufbruch in der Kirche.
Leider dominieren ansonsten zurzeit eher Rückschritte und frostige Entscheidungen in der Kirche - etwa die Verweigerung der Lehrerlaubnis für die Theologin Regina Ammicht-Quinn. Solche Entscheidungen und Entwicklungen zeigen, wie notwendig es ist, mit dem Frauenbildungszentrum ein kirchlich unabhängiges Projekt zu schaffen, bei dem die Spiritualität und das Leben von Frauen im Mittelpunkt stehen!
Wir wünschen Ihnen/Euch allen einen genussvollen Frühling und eine gute Osterzeit!
Christine Hertrich und Mirjam Elsel
Am 14. April laden wir wieder alle interessierten Frauen zur Weiberwirtschaft. Wir treffen uns ab 19 Uhr in der Weinwirtschaft Fischerei (Fischerei Nr. 15 in Bamberg). In lockerem Rahmen ist Gelegenheit, sich über Aktuelles, Ideen und den Fortgang des Projektes auszutauschen und gemeinsam mit anderen Frauen einen guten Abend zu verbringen.
Die Weiberwirtschaft findet regelmäßig jeden 2. Mittwoch im Monat in der Bamberger Fischerei statt. Eingeladen sind alle neugierigen Frauen, die Lust haben, den Aufbau des Frauenbildungszentrums zu begleiten.
Genau zur Sommer-Sonnenwende findet die erste reguläre Mitgliederversammlung des Vereins Frauenbildungszentrum e.V. statt - konkret am 21. Juni um 19.30 in Bamberg. Über den genauen Ort informieren wir rechtzeitig. Wir geben den Termin jetzt schon bekannt, damit jede sich den Abend einplanen kann.
Eingeladen sind natürlich alle Mitgliedsfrauen und alle, die Interesse haben und evtl. Mitglied werden möchten. Vielleicht ist das auch der Anstoß für die eine oder andere, einfach mal das Mitgliedsformular, das inzwischen irgendwo im Stapel verschwunden ist, doch auszufüllen und abzuschicken. Jedes neue Mitglied ist wichtig und willkommen! Für 15 Euro Mitgliedsbeitrag im Jahr kann jede Frau dabei sein. Mitgliedsformulare schicken wir jederzeit gerne zu!
am 16. April "Frauen leisten Widerstand" - Die Töchter Zelofhads mit Dr. Ulrike Bechmann
Fünf Frauen, die "Töchter Zelofhads" schreiben Rechtsgeschichte: Sie setzen das Erbrecht für Frauen durch. Diese weitgehend unbekannte Geschichte verbirgt sich im Buch Numeri/4. Buch Mose (Kap. 27) und stand bei dem diesjährigen Weltgebetstag der Frauen aus Panama im Mittelpunkt. Malka, Machla, Noa, Hogla und Tirza heißen diese mutigen Frauen, die Gott und die ganze Gemeinde mit ihrer Forderung nach Gerechtigkeit für Frauen konfrontieren. Das Spannende dabei ist: Gott steht auf ihrer Seite. Diese Frauen gestalten im Glauben die Zukunft ihrer Gemeinschaft eine Zukunft, die nur durch mutige Veränderungen alter Traditionen zugunsten von Gerechtigkeit für Frauen gewonnen werden kann.
Dr. Ulrike Bechmann ist wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl Katholische Theologie in Bayreuth. Sie hat sich sehr intensiv beschäftigt mit biblischen Frauengestalten insbesondere im Alten Testament. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind u.a. Interreligiöser Dialog, Feministische Theologie und Altes Testament.
Die ersten beiden Predigten mit Dr. Barbara Schmitz und Prof. Marianne Heimbach-Steins sind auf große Resonanz gestoßen. Die Kirche von St. Martin war mit über 100 bzw. 150 Leuten wirklich gut gefüllt. Das Publikum war bunt gemischt – Frauen und Männer, Jüngere und Ältere, Studierende, Professoren, Ordensleute, Gemeinde-Engagierte. Das Angebot, im Anschluss an die Predigten in den Räumen von St. Martin bei Kaffee und Tee noch zum Gespräch zusammen zu sitzen wird gut genutzt und entwickelt sich zu einem Ort der Vernetzung und des Austausches. In der lokalen und kirchlichen Presse tauchen die Frauenpredigten regelmäßig auf. Bestimmt wird von diesem Erfolg der Frauenpredigten auch das Projekt Frauenbildungszentrum profitieren.
Wir hatten nicht damit gerechnet, dass diese Veranstaltungsform so große Aufmerksamkeit erregt und wirklich eine eigene Öffentlichkeit für Theologinnen und für Frauenthemen in der Kirche und darüber hinaus schafft. Das ist das Besondere und Neue daran!
Frauen haben je eigene unterschiedliche Orte, an denen sie ihre Spiritualität, ihre Religion, ihre Visionen leben und Kraft schöpfen. Diese Orte sind geprägt von der jeweiligen Religion, der Kultur, aber auch der persönlichen Lebenssituation und –biographie der Frauen. Das Projekt Frauenbildungszentrum lädt jüdische, muslimische und christliche Frauen zu einem interreligiösen Projekt ein. Voneinander zu wissen, die spirituellen Orte von Frauen aus anderen Religionen und unterschiedlichen Lebensphasen kennenzulernen, ist eine Vorraussetzung für ein gelungenes Miteinander, Vorurteile können in einem anderen Licht erscheinen und Dialog eröffnet werden. Die Erfahrungen anderer Frauen können bereichernd für das eigene Leben erfahren werden.
Momentan sind wir dabei einen runden Tisch mit engagierten jüdischen,
muslimischen und christlichen Frauen einzurichten. Welche
Veranstaltungen und Aktionen sich aus dem runden Tisch ergeben,
entscheiden die beteiligten Frauen. Wir arbeiten bei diesem Projekt mit
der Frauengruppe des Ausländer/innenbeirates und dem bundesweiten
Projekt Sarah-Hagar zusammen.
Der Trierer Bischof Marx hat der Theologin Regina Ammicht-Quinn die Lehrerlaubnis verweigert und damit verhindert, dass sie in Saarbrücken einen Lehrstuhl bekommt. Eine Begründung hat er dafür nicht gegeben. Ähnlich war es ihr schon einmal ergangen. Damit kann sie sich praktisch keine Hoffnungen mehr auf einen Lehrstuhl an einer theologischen Fakultät in Deutschland machen.
Das ist umso härter, da es mit Regina Ammicht-Quinn eine wirklich sehr profilierte Theologin trifft, die immer wieder eine Sprache findet, die verständlich ist und ankommt. Sie steht für Themen und Ansätze, die mitten im Leben stehen, aber in der klassischen männlich dominierten Theologie ausgegrenzt und tabuisiert werden - Körper, Sexualität, Beziehung, Erfahrungen von Frauen. Genau das hat ihr wahrscheinlich den Lehrstuhl gekostet.
Projekt Frauenbildungszentrum
Redaktion: Christine Hertrich
Luitpoldstr. 21
96052 Bamberg
Telefon: 09 51 - 29 71 59 64
Fax: 09 51 - 29 71 59 68
E-Mail: info@frauenort-bamberg.de
An dieser Stelle werden wir alle Rundbriefe zum Nachlesen archivieren.