Liebe Rundbrief-AbonnentInnen!
das noch junge Jahr 2004 ist für das Projekt Frauenbildungszentrum mit vielen Ideen, Plänen und Erwartungen verbunden. Es soll viel voran gebracht werden – mit dem Programm zu „Frauenorten in Bamberg“, mit den Vernetzungsstrukturen und natürlich mit der Finanzierung.
Ein Schatten trübt derzeit unsere Aufbruchsstimmung. Die Erzdiözese Bamberg hat entschieden, auf unabsehbare Zeit keine PastoralreferentInnen mehr anzustellen. Das ist für uns kein rein innerkatholischer Konflikt – denn es ist ein Schritt, mit dem einmal mehr qualifizierte Frauen, in diesem Fall Theologinnen,aus verantwortungsvollen Positionen gedrängt werden und die katholische Kirche sich weiter zurück zu einer Klerikerkirche entwickelt. Das Thema betrifft auch die ökumenische Zusammenarbeit und die Würde von Frauen. Das Frauenbildungszentrum gestaltet die Diskussion und den Protest aktiv mit. Mehr dazu in diesem Rundbrief.An diesen Entwicklungen zeigt sich besonders die Notwendigkeit und Aktualität des Projektes Frauenbildungszentrum.
Wir freuen uns auf ein Jahr mit vielen persönlichen Begegnungen mit Ihnen/Euch
Christine Hertrich und Mirjam Elsel
Am 11. Februar um 19.00 Uhr findet zum ersten Mal die Weiberwirtschaft statt. Herzliche Einladung an alle am Projekt interessierten Frauen!
Die Weiberwirtschaft ist ein regelmäßiger lockerer Treffpunkt, um sich über das Projekt zu vernetzen, Aktuelles auszutauschen, Ideen zu spinnen, interessante Frauen kennen zu lernen, das Projekt mit zu begleiten und gemeinsam einen guten Abend zu verbringen.
Eingeladen sind alle neugierigen Frauen, die Lust haben, den Aufbau des Frauenbildungszentrums zu begleiten. Die Weiberwirtschaft wird in Zukunft jeden 2. Mittwoch im Monat stattfinden. Als Ort haben wir die Weinwirtschaft Fischerei in Bamberg gewählt (Adresse: Fischerei 15 in Bamberg)
Das vergangene Jahr war von drei Schwerpunkten geprägt: Aufbau von Strukturen, Gang in die Öffentlichkeit und Vernetzung
Als wichtigste Struktur, um das Projekt handlungsfähig zu machen, wurde der Verein Frauenbildungszentrum e.V. gegründet und ein Vorstand gewählt, der nun die Gesamtverantwortung für die Weiterentwicklung trägt. Das Büro in der Luitpoldstrasse 21 wurde eingerichtet und dient seitdem als Anlaufstelle, Treffpunkt und Kontaktmöglichkeit. Mirjam Elsel und Christine Hertrich arbeiten dort ehrenamtlich und stellen die Erreichbarkeit und die Umsetzung der alltäglichen Aufgaben sicher. Darüber hinaus konnte ein kleiner Kreis weiterer ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen gewonnen werden. Die AGs Programm, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising wurden gegründet – können aber noch weitere Unterstützung brauchen!
n unzähligen Gesprächen, bei Veranstaltungen, am Telefon, bei Besuchen haben wir das Projekt vorgestellt und um Unterstützung geworben. Die Unterstützung durch die Gleichstellungsstelle der Stadt, verschiedene Organisationen und wichtige Einzelpersonen – wie Frau Prof. Elisabeth Gössmann - konnten wir gewinnen. Wir arbeiten selbst in verschiedenen Netzwerken mit – so z. B. bei baff (beruflich aktive Frauen in Franken) und der AG Feminismus und Kirchen.
Ein wichtiger Schritt für den Weg in die Öffentlichkeit war das Fest im Oktober 2003, an dem über 80 Frauen und Männer aus ganz unterschiedlichen Bereichen zu Gast waren. In diesem Zusammenhang haben wir Pressekontakte aufgebaut und in der Regionalpresse und in der Kirchenzeitung große Artikel bekommen. Besonders stolz sind wir auf die neue Homepage www.frauenort.de, die ein gelungenes Aushängeschild für das Projekt ist.
Jedes Mitglied ist eine wichtige Stütze für das Projekt. Mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 15 Euro kann jede Frau dabei sein und mitentscheiden, wie sich das Frauenbildungszentrum entwickelt. Das Beitrittsformular bitte einfach per e-Mail bei anfordern
Für die vielen Dinge, die in diesem Jahr stattfinden sollen, müssen wir unser finanzielles Standbein ausweiten. Wir haben dafür eine sog. Leih- und Schenkgemeinschaft initiiert und suchen noch Unterstützung und Beteiligte!
Über die Leih- und Schenkgemeinschaft sollen in diesem Jahr 20.000 Euro an Spenden zusammen kommen. Das funktioniert folgendermaßen: Eine Gruppe von Unterstützern/Unterstützerinnen (max. 20 Personen) verpflichtet sich gemeinsam als eine Art Solidargemeinschaft den Betrag von 20.000 Euro aufzubringen. Über die gemeinnützige GLS Bank wird dieser Betrag vorfinanziert und dem Projekt Frauenbildungszentrum sofort komplett als Spende zur Verfügung gestellt. Jedes Mitglied der Leihgemeinschaft entscheidet selbst, welchen Betrag von der Gesamtsumme es übernimmt (mindestens 500 und max. 3000 Euro). Dieser Betrag läuft bei der GLS Bank als Kleinkredit und wird von den Mitgliedern der Leihgemeinschaft in monatlichen Raten abbezahlt. Die Bank berechnet dafür eine Kostendeckungsumlage von ca. 4,5% pro Jahr. Das Verein Frauenbildungszentrum stellt über den Betrag, den jedes Mitglied einbringt, eine Spendenbescheinigung aus. Der Vorteil für das Projekt ist, dass wir gleich zu Beginn mit einem festen Betrag planen und arbeiten können. Der Vorteil für die SpenderInnen ist, dass sie mit kontinuierlichen kleinen Beträgen eine große Wirkung für das Projekt erzielen können.
Zugegeben, das System klingt etwas kompliziert, es ist aber eine sehr gute und bewährte Möglichkeit, mit der schon viele gemeinnützige Projekte – besonders auch im Frauenbereich – realisiert werden konnten. Rückfragen beantworten wir deshalb gerne. Darüber hinaus werden wir für alle InteressentInnen an der Leihgemeinschaft einen Info-Abend veranstalten, an dem Rückfragen und Details geklärt werden können. Infos auch unter:
Im letzten Jahr haben wir übrigens Spenden und Zuschüsse von mehr als 8.000 Euro bekommen, davon sind über 5.500 Euro für Öffentlichkeitsarbeit, Büro, Veranstaltungen und Treffen, symbolische Aufwandsentschädigungen für die Mitarbeiterinnen im Projektbüro auch bereits ausgegeben worden.
Um Neues zu entdecken und auszuprobieren , sich zu vernetzen, Kraft zu tanken, Gesprächspartnerinnen zu finden und Veränderungsprozesse anzustoßen, braucht es feste Orte, die uns darin unterstützen. Frauenorte haben dabei eine besondere Tradition, Ausstrahlung und Anziehungskraft. Geprägt werden sie von den Frauen, die sich mit dem Ort verbunden fühlen und der Art und Weise wie sie dort Leben gestalten und ihre Themen einbringen. Mit dem Frauenbildungszentrum soll ein solcher Ort in Bamberg entstehen.
In den Veranstaltungen 2004wollen wir - so lange es noch keinen konkreten Ort für das Projekt gibt – Frauenorte in der Region entdecken, erleben und uns von ihnen anregen lassen. Geplant sind für 2004 vier Veranstaltungen zu künstlerischen Orten, zu historischen Frauenorten in Bamberg, ein Besuch bei fränkischen Backhäusern und zu Hildegard von Bingen in Bamberg.
Ein weiteres Projekt der Programm AG ist in Aufbau: Mit einem interreligiösen Projekt wollen wir Frauen aus den christlichen Kirchen, der jüdischen Gemeinde und dem Islam zusammenbringen und uns gemeinsam auf die Suche und das Kennenlernen von Orten machen, an denen Frauen ihre Spiritualität und Religiösität leben und teilen.
Über die Rundbriefe und die Presse werden die Termine bekannt gegeben. Es verspricht ein Jahr mit vielen Orts-Entdeckungen zu werden!
Das Projekt Frauenbildungszentrum stellt die Frage nach Orten, an denen Frauen eine lebensnahe Spiritualität entwickeln und leben. Mit der Entscheidung der Erzdiözese Bamberg auf unabsehbare Zeit keine PastoralreferentInnen mehr anzustellen werden Frauenorte in der katholischen Kirche missachtet, erschwert und verhindert. Von der Entscheidung geht eine negative Signalwirkung für die Beteiligung von Theologinnen an den pastoralen Aufgaben der Kirche aus. Unter dem Druck einer Finanzkrise werden einmal mehr qualifizierte Frauen aus verantwortungsvollen Positionen gedrängt und die katholische Kirche entwickelt sich zurück zu einer Klerikerkirche. Besonders betroffen von dieser Maßnahme sind Frauen, Männer und Kinder in den Gemeinden, in Krankenhäusern, Jugend- und Frauengruppen, also überall dort, wo Pastoralreferenten/innen wichtige pastorale und kirchliche Aufgaben in den vergangenen Jahren erfolgreich übernommen, gestaltet und geprägt haben. Vor diesem Hintergrund hat sich der Vorstand des Frauenbildungszentrum e. V. entschlossen, Initiative zu ergreifen und sich in die Diskussion aktiv einzumischen.
Als kirchlich unabhängiger Verein hat das Projekt Frauenbildungszentrum Vertreterinnen kirchlicher Frauenorganisationen und –gremien, Pfarrgemeinden, Universität und Ordensfrauen zu einem breiten Bündnis an einen Tisch gebracht. Dieses Frauen Bündnis hat das Ziel die Auswirkungen der Beschlüsse bekannt zu machen, wirkungsvolle Protestaktionen zu organisieren und die Frauen im Erzbistum Bamberg zu vernetzen. Dabei soll bei den geplanten Aktionen die Stärke und Kraft von Frauen sichtbar und erlebbar werden. Sie können als Chance wahrgenommen werden, die neue Wege auftut.
Die Projektbürofrauen haben Statements zu den Auswirkungen der Beschlüsse erarbeitet. Diese finden Sie im Anhang des Rundbriefs. Wer Interesse zur Mitarbeit hat oder weitere Informationen möchte, kann sich gerne im Projektbüro melden.
Die Homepage der „studentischen Initiative für Laienberufe“ STIL bietet eine Plattform zur Vernetzung. Hier finden sich auch viele Kommentare, Stellungnahmen, Presseartikel, Argumentationshilfen und Ankündigungen von Protestaktionen.
Frauen aller Konfessionen laden am Freitag, den 5. März in Pfarrgemeinden und Kirchen ein zum Weltgebetstag der Frauen. In diesem Jahr haben den Tag Frauen aus Panama vorbereitet und ihr Land, seine Geschichte und ihr aktuelles Leben ins Zentrum gestellt. Weitere Informationen unter:
Am 08. März eines jeden Jahres gehen Frauen auf die Straße, um für ihre Rechte zu kämpfen. Zum ersten Frauentag 1911 kamen in Dänemark, Österreich, Schweden, der Schweiz, Deutschland und in den USA Frauen zu Demonstrationen und Versammlungen zusammen. Im Mittelpunkt damals stand die Forderung nach dem Wahlrecht für Frauen. Seitdem orientieren sich die Forderungen in jedem Jahr an der aktuellen politischen Lage des einzelnen Landes. Es geht um gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt, verstärkten Kampf gegen Diskriminierung. Informationen zu den Veranstaltungen vor Ort entnehmen Sie bitte der Presse oder unter :
www.internationaler-frauentag.de
Der europaweite Aktionstag gegen Sozialkahlschlag wird veranstaltet von einem breiten Bündnis sozialer Bewegungen und vom europäischen Gewerkschaftsbund. Aktionen finden dezentral in verschiedenen Städten statt. Informationen unter:
www.alle-gemeinsam-gegen-Sozialkahlschlag.de
Das Sarah-Hagar-Projekt veranstaltet vom 21.-23 Mai in Berlin einen Kongress Religion – Politik – Gender. Nähere Informationen unter:
Projekt Frauenbildungszentrum
Redaktion: Christine Hertrich
Luitpoldstr. 21
96052 Bamberg
Tel: 0951/ 29 71 59 64
christine.hertrich@frauenort-bamberg.de
www.frauenort-bamberg.de
An dieser Stelle werden wir alle Rundbriefe zum Nachlesen archivieren.